Wichtigster Tipp für Istanbul: Sei mutig!

Istanbul ist vollgepackt mit Menschen – entweder sie sind am Arbeiten oder am Flanieren. Offiziell besuchen Istanbul im Jahr mehr als 10 Millionen Touristen. Entlang der Straßenbahn zwischen Sultanahmet und Eminönü knubbeln sie sich unangenehm zusammen und ziehen Abzocker an, schon in den Parallelstraßen fallen sie nicht weiter auf – zu groß ist die Stadt, zu versteckt sind ihre Schätze. Wer Istanbul entdecken will, muss den Mut mitbringen, die durchgetrampelten Pfade zu verlassen und Türen zu öffnen.

Von einer Terrasse aus, findet man meist noch mehr Terrassen. Nur den richtigen Eingang zu finden ist oftmals schwierig.

Von einer Terrasse aus, findet man meist noch mehr Terrassen. Nur den richtigen Eingang zu finden ist oftmals schwierig.

In vielen Eingängen, wie am Kulturzentrum SALT Galata (super Platz zum Arbeiten) oder dem Hotel The Marmara Pera (allerbeste Dachterrasse), steht Wachpersonal, das schnell den Eindruck erweckt, den Zugang verweigern zu wollen. Eine andere tolle Terrasse, die weiterhin ein Geheimtipp bleiben soll, haben wir nur gefunden, weil ich durch eine Tür gegangen bin, die nur einen Spalt weit offen stand. Generell gilt: umso toller die Terrasse, desto schlechter sind die Hinweise darauf auf der Straße. Die Adressen im Reiseführer sind schon richtig – einfach beherzt durch die Tür gehen.

Ein paar konkrete Tipps habe ich von meinem letzten Aufenthalt im Mai mitgebracht:

 

Schickes Fast-Food und Cocktails bei „Otto“
Wir haben als erstes das „Otto Cihangir“ entdeckt (Sıraselviler Caddesi No. 66/A). Cihangir ist ein Viertel nördlich der Istikal Caddesi, von seiner Hauptstraße, der Siraselvier Caddesi, geht der Innenhof ab, in dem das „Otto“ seine gemütlichen Tische stehen hat. Für schlechtes Wetter erstreckt sich das Restaurant über die Gebäude rechts und links des Hofes.

Wir hatten einen Ginger-Basil-Mojito, der genau so war wie ein Cocktail sein solllte: süffig und erfrischend, den Alkohol merkt man erst beim Aufstehen. Die Cocktails kosten die üblichen 30 TL, sind aber wirklich groß. Das Essen sah super aus: Burger, Pizza, dicke Pommes.

Ein weiteres „Otto“ befindet sich in den Gassen um Tünel. Es hat leider keine Außengastronomie, bietet aber ebenfalls Cocktails und moderne kulinarische Abwechslung.

Nicht ausprobiert, aber schon fürs nächste mal notiert haben wir das „Kardesler“. Es liegt ebenfalls auf der Sıraselviler Caddesi und war einfach rappelvoll.

Schnabulieren im Press
Karaköy ist aktuell eines der aufblühende Viertel, viele Galerien reihen sich aneinander und moderne Cafés sprießen aus dem Boden, jedes zweites ziert das Profil Julius Meinls. Wir waren im „Press Karaköy“ (Kemankeş Karamustafa Paşa Mah. Hoca Tahsin) und ich hatte eine besonders leckere Kreation namens „Oreo Chocolate Mocca“ – ein vor Kalorien nur so strotzendes Kaffee-/Kakao-Getränk. Auf der Karte stehen neben den Kaffeekreationen auch einige Nachtische, die auf dem Nachbartisch wirklich gut aussahen.

 

Frischer Fisch
Obwohl der Karaköy-Fischmarkt direkt neben der Galata-Brücke liegt, haben wir ihn erst am Ende unserer November-2013-Reise entdeckt. Das kulinarische Angebot musste jetzt gleich getestet werden. Wir kamen gegen 20 Uhr an, viele Imbisse am Eingang sahen schon recht geschlossen aus. Und wir gingen in ein volles Lokal, das von einer Hecke umschlossen war. Nachdem wir uns gerade gesetzt hatten, forderte der Kellner uns auf, zur Kühlauslage zu gehen, an der er uns die türkischen Namen der verschiedenen Fische nannte, wovon wir zwei aussuchten. Gleich danach kam er mit einem großen Tablett voll Meze (türkische Tapas) vorbei und servierte eine ansehnliche Schüssel mit frischem gemischten Salat.

Der beste Hund (siehe oben)
Istanbuls Stadtbild ist geprägt von Tieren – tote Fische in Auslagen, lebende Fische an den Angeln auf der Galata-Brücke, darüber Möven, die auf die Reste hoffen. Raben rund um den Bazar, gelegentlich mal ein Fischreiher und überall Katzen. Das beste sind aber die vielen trägen, in der Regel dicken Hunde – nichts bringt mich mehr zum Lachen als dicke, schlafende Hunde. Mittlerweile habe ich sogar einen Liebling: Ihr findet ihn in einer Passage zwische Istikal Caddesi und Meşrutiyet Caddesi, gleich westlich des Galatasaray-Gymnasiums. Er qualifiziert sich aus zwei Gründen als bester Hund Istanbuls: 1. Die Optik. Er ist wundervoll rundlich, dick und hat definitiv einen Rottweiler in der Ahnenreihe. 2. Die Gelassenheit. In der Passage ist ein Café, das immer rappelvoll mit lauten Menschen ist, bis spät in die Nacht läuft Musik und er pennt. Immer. Zu jeder Zeit – bester Hund!

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Immer gut: Cocktails und Schisha auf der Galatabrücke. Am Wochenende gibt’s auch noch gelegentlich Feuerwerk.

Die Angry Pandas des Künstlers Lunatic bringen ein supermordernes Element in das traditionelle Stadtbild.

Die Angry Pandas des Künstlers Lunatic bringen ein supermordernes Element in das traditionelle Stadtbild.

Bild: Der beste Hund Istanbuls, Text geschrieben hier und da in Istanbul

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