OMG – ich habe meinen Lebenslauf zerstört

Ich hatte heute eine sehr kurze Nachricht in meinem Xing-Postfach:
“Der dritte Job in acht Monaten?“

Klingt ganz schön nach Vorwurf, oder?

Meine Antwort:
“Ich bin eben schnell im Pivotieren.“

Schule und Uni haben uns beigebracht, wie wichtig Job und Sicherheit sind. Unser Lebenslauf sollte einen roten Faden haben, wir sollen uns spezialisieren, gute Noten und strategisch gewählte Arbeitgeber haben.

Tja, Ziel verfehlt.

Ich bin vom Journalismus ins Marketing gehopst, vom Museum, zum Maschinenbauer, vom öffentlichen Dienst in den Konzern, hab eine Genossenschaft gegründet und geholfen einen Accelerator aufzubauen. Ich hab mich in CSR, HR und PR getummelt, hab immer frei gearbeitet, war aber doch immer angestellt. Ich hab geforscht, konzipiert, organisiert und gemacht. Ich habe Studenten unterrichtet, Startups geholfen und Führungskräfte weitergebildet. Am meisten gelernt habe dabei ich.

Stillstand ist mein Kryptonit und Dauerlauf meine Albtraumdisziplin.

Ich habe zwar keinen roten Faden im Lebenslauf, würde aber JEDEN meiner Ex-Chefs als Referenz angeben und wäre mir sicher, dass sie gut über mich sprechen würden. Ist das nicht viel mehr wert? Für uns Arbeit- und Auftragnehmer ist das ein gutes Zeichen, wir müssen nicht länger für die „Karriere“ arbeiten, sondern können die Dinge tun, die gut für uns selbst sind. Für die großen Unternehmen ist das ein schlechtes Zeichen, denn die High-Performer sind nicht mehr an den blütenreinen Lebensläufen, sondern ihren Referenzen zu erkennen. Und uns dann zu halten – das ist das größte Problem.

Für mich war es gut, vom Accelerator ins Startup zu gehen. Und ich hoffe sehr, dass es gut ist, jetzt zu mantro zu gehen. Als kleines Team sind wir in der Lage mit großen Corporates eben die Projekte zu realisieren, die sonst im Konzern einen Prozesstod sterben würden. Hier kann ich Sprinten wie im Startup und doch immer wieder in neue Themen springen.

Das einzige Übel: Papa ist schon wieder enttäuscht worden. Aber Papa, gib die Hoffnung nicht auf – irgendwann mach ich mich schon noch selbstständig.

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